{"id":316,"date":"2012-10-07T19:59:18","date_gmt":"2012-10-07T19:59:18","guid":{"rendered":"http:\/\/sprachtheorie.de\/?p=316"},"modified":"2013-12-01T11:10:11","modified_gmt":"2013-12-01T11:10:11","slug":"die-origo-der-subjektivitat-ich-jetzt-hier-bei-buhler-und-benveniste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sprachtheorie.de\/?p=316","title":{"rendered":"Die Origo der Subjektivit\u00e4t: ich, jetzt, hier bei B\u00fchler und Benveniste"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/sprachtheorie.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Kritzelbild-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-215\" title=\"studie-2\" src=\"https:\/\/sprachtheorie.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Kritzelbild-2-225x300.png\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/sprachtheorie.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Kritzelbild-2-225x300.png 225w, https:\/\/sprachtheorie.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Kritzelbild-2.png 551w\" sizes=\"auto, (max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><\/a>Das Werk von Emile Benveniste (1902-1976) ist noch immer beinahe unbekannt im deutschsprachigen Raum. Noch immer ist der zweite Band der <em>Probl\u00e8mes de linguistique g\u00e9n\u00e9rale<\/em> nicht \u00fcbersetzt, w\u00e4hrend die gravierenden \u00dcbersetzungsfehler des ersten Bandes offensichtlich unbemerkt geblieben sind. Die Tatsache, dass der bedeutendste franz\u00f6sische Linguist des 20. Jh in Deutschland so gut wie nicht zur Kenntnis genommen wird, k\u00f6nnte als Indiz f\u00fcr eine bestimmte Tendenz innerhalb der Sprachwissenschaft aufgefasst werden. Wenn man bedenkt, dass Benveniste die Grundlagen f\u00fcr eine Linguistik der Rede geschaffen hat, in der erstmals die menschliche Subjektivit\u00e4t von der sprachlichen Funktionsweise her beschrieben und untersucht wird, was weder der Sprechakttheorie noch der Gespr\u00e4chsanalyse gelungen ist, dann spricht die fehlende Rezeption seiner Arbeiten in Deutschland f\u00fcr eine erkenntnistheoretische Barriere gegen\u00fcber den Fragen, denen sich Benveniste stellt: Was ist Subjektivit\u00e4t in der Sprache? Wie artikuliert sie sich? Welchen Bezug gibt es zwischen Zeitlichkeit und Sprache? Wie funktionieren die W\u00f6rter &#8222;ich&#8220;, &#8222;jetzt&#8220;, &#8222;hier&#8220;? Welche Bez\u00fcge gibt es zwischen Sprache, Rede und Sinn? etc. \u00dcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Vorhandensein dieser Barriere kann man nur spekulieren. Vielleicht liegt es an einer unzureichenden \u00dcberwindung der strukturalistischen Tradition oder an einer postmodernen Faszination f\u00fcr die Eliminierung des Subjekts in der Sprache. Vielleicht ist der Grund aber auch einfach die nach wie vor \u00fcberwiegend unkritische Rezeption der Origo-Theorie des Psychologen Karl B\u00fchler, der &#8211; so mag es auf den ersten Blick scheinen &#8211; auch eine Theorie der Subjektivit\u00e4t in der Sprache entwickelt hat. Tats\u00e4chlich besteht ein diametraler Gegensatz zwischen dem Ansatz von B\u00fchler und von Benveniste. Denn B\u00fchlers Konzeption setzt die Subjektivit\u00e4t als psychologische Entit\u00e4t bereits voraus, w\u00e4hrend Benveniste zeigt, wie sie sich durch die Spracht\u00e4tigkeit immer wieder neu konstituiert. B\u00fchler setzt also immer schon voraus, was Benveniste als Teil der Funktionsweise der Rede entdecken und beschreiben kann. Der folgende Aufsatz geht diesem fundamentalen Unterschied nach und zeigt, welche Konsequenzen f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Funktionsweise der W\u00f6rter &#8222;ich&#8220;, &#8222;jetzt&#8220; und &#8222;hier&#8220; sich daraus ergeben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sprachtheorie.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/loesener-benveniste1.pdf\">Hans L\u00f6sener (2010): Die Origo der Subjektivit\u00e4t: ich, jetzt, hier bei B\u00fchler und Benveniste<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Werk von Emile Benveniste (1902-1976) ist noch immer beinahe unbekannt im deutschsprachigen Raum. 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